28
Okt
07

Horrorfilme? Sowas gibts noch?

Je älter ich werde, desto fragwürdiger wird die Berechtigung von Horrorfilmen, Schockeffekten, abstoßenden Bildexperimenten und generell Gewalt auf dem Bildschirm. Heutzutage sind Horrorfilme ein Teil des Warenkatalogs des verruchten und verbotenen, dessen Produkte Kinder und Heranwachsende in die Finger bekommen wollen. Alkohol, andere Drogen, Pornographie, indizierte Videospiele… Alles Dinge die einen unwiderstehlichen Charme im zarten jugendlichen Alter entwickeln. Natürlich erledigt sich der Anreiz mit vollendeter Volljährigkeit so langsam, da man jetzt weiß wie es ist und sich meist nur noch nur noch von Dingen hinreißen lässt die selbst den Rahmen eines normalen Horrofilms sprengen und weit ab von der Norm anderer Filme sind. Die Frage ist nur gibt es eine Grenze? Ist schon bei „The Ring“ oder erst bei „The Devil’s Rejects“ Schluss. Kurt Tucholsky sagte, dass Satire alles dürfe, doch die Frage ist ob dasselbe für Horror gilt. Das Gesetz sagt nein. Die deutsche Verfassung sieht eine Grenze für Gewaltdarstellung vor und zwar wenn diese verherrlichend dargestellt wird. Ich persönlich ziehe meinen Hut vor den Rob Zombie Filmen.

Und damit kommen wir zum aktuellen Teil des Beitrags:
Rob Zombie hat nun nach langer Pause wieder Regie bei einem Remake des Slasher-Klassikers Halloween geführt . Ich persönlich erinnerte mich nicht mehr gut an das Original und im Zuge dessen machte ich einen kleinen Raubzug in meiner Videothek und fragte nach Halloween, den Jason-Filmen und den Freddy Krueger-Filmen. Kam aber nur mit Jason X wieder. Der recht neuere Teil in dem Jason im Weltraum landet^^. Ein dämlicher Dreck, wie der meiste Mist den man in der letzten Zeit in der Branche bietet. Ist die Zeit für gute Horrorfilme vorbei? Markierte Scream das Ende mit seiner recht subtil plazierten Ironie für die Teenie-Slasher? Und warum verdammt muss grade Rob Zombie, wie die Journalisten aus der Fachpresse berichten, Michael Myers Vergangenheit beleuchten und seine Motive erklären, wo einem doch aus „HdtL“ und „Tdr“ das unerklärliche Grauen entgegenstrahlt? Wann kann ich endlich wieder eine Innovation im Horrorgenre sehen, die nicht in Richtung Snuff/Folter gehen wie Saw, Hostel oder seine Ableger.Wobei SAW immerhin eine Story lieferte, was ihn aber nicht appetitlicher macht.

Denn eine wirklich spannende Figur, wie Freddy Krueger, Jason oder Leatherface wurde in letzter Zeit nicht erschaffen…

Eines ist klar: Remakes in der Form wie Zombies Halloween helfen einer Entwicklung im Horrorgenre sicher nicht weiter. Daher werde ich mir diesen Film auch nicht anschauen und rate auch generell ab.

Vllt sollte ich mich selbst mal für nen paar Stunden hinsetzen und eine schöne neue Horrorgeschichte erfinden und sie in diesen schönen Blog posten…

Stay tuned and alive


5 Antworten zu „Horrorfilme? Sowas gibts noch?“


  1. Oktober 29, 2007 um 9:26

    Sind “HdtL” und “Tdr” lohnenswert? Ich hab mich nie getraut…

  2. Oktober 29, 2007 um 1:19

    also mir geht es zu weit und dir ginge das glaube ich auch zu weit
    aber leihs dir mal und teste deine grenzen

  3. November 2, 2007 um 9:36

    Boris Karloff, Bela Lugosi, Vincent Price, Christopher Lee, Peter Cushing – das waren noch Horror-Ikonen. Der heutige Horror besteht meinem Eindruck nach nur noch aus sinnlos spritzendem Blut und ausufernder Gewalt!

  4. November 2, 2007 um 11:38

    vergessen wir nicht murnau und nosferatu
    aber ich behandle recht aktuelle themen und die frage ist ob sich der horrorfilm nocheinmal so entwickelt dass richtige charaktere erschaffen werden vor denen man sich auch noch fürchten kann
    angst enststeht durch personifikation des bösen oder beänstigenden( in welcher form auch immer) und die beste form dessen stellt sich durch eine beängstigende figur dar hinter der auch eine geschichte und/oder eine idee stehen kann
    gewaltdarstellung selbst da stimme ich dir zu ist sinnlos und sollte höchstens als mittel zum zweck genutzt werden oder bei splattern als komisches element…
    murnau und nosferatu können noch heute beängstigend sein und werden weiterhin adaptiert wie von klaus kinski in der verfilmung von werner herzog oder in der offensichtlichen adaption von chris cunningham in seinem video zu aphex twins „come to daddy“
    was ich letztlich sagen wollte war: neue gestalten und nicht mehr gewalt braucht das horroland
    und in dem punkt bin ich mit dir vollkommen überein

  5. November 2, 2007 um 10:09

    Richtig. Damit sind wir dann absolut einer Meinung. Horror sollte mehr durch Spannung und geistige Stimulation entstehen als durch bloße Gewaltdarstellungen. Mit den neuen Charakteren wird es allerdings schwierig – was soll man sich denn noch neues ausdenken? Es gab doch alles schon. Davon, das dies früher noch nicht so war, haben natürlich z.B. die oben genannten Herren und ihre Filme profitiert.


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